Aus meiner Feder: Ballade "Der vergessliche Hase"

Kinderillustratorin J. Luzanova
Kinderillustratorin J. Luzanova

Es war einmal ein kleines Haus

auf dem grünen Rasen.

Da kam ein braunes Häschen raus,

um darauf zu grasen.

 

Seine langen Ohren

streiften an dem Strauch.

Plötzlich hatte es vergessen, 

wie war das mit dem Brauch?

 

Wohin könnt es gehen?

Wer erklärt ihm diesen?

So hoppelt es in Hoffnung

auf die weiten Wiesen.


Dort sah er dann ein Mädchen

in einem weißen Kleid.

Hoffend auf eine Antwort

und kein »Es tut mir leid!«

 

Das Mädchen war die Liesl,

erst spielend freudig lachte –

als es dann das Häschen sah,

fragend was es hier jetzt machte.

 

Eines kann ich sagen,

das Häschen holte Luft:

»Hab so viele Klagen,

zum Beispiel Eiersucht.«


Liesl dachte schnell:

Was könnte ihm denn nützen?

Tendenziell sollte man es unterstützen.

 

»Nun komm mal mit,

wir gehn ins Haus«,

sagt die Liesl schreiend.

Um des Häschens Augʼ zu öffnen

bat es um Verzeihung.

 

Jetzt schau mal hier die Körbchen,

keine bunten Eier.

Wie sollen da die Menschen lachen

ohne gute Feier?

 

Das Häschen war nun sehr bemüht,

dem Bitten nachzukommen.

Allerdings war nicht ganz klar,

wo die Farbe herbekommen?


»Na, dann wollen wir mal schauen«,

sagt die Liesl leise.

»Wir treffen uns allein heut Nacht

im kleinsten kleinen Kreise.

 

Ich nehm Farbʼ und Pinsel

und stell sie an den Strauch.

Von dir erwarte ich ganz klar:

Benutz Sie auch!«

 

Das Häschen aufgeregt und hüpfte,

die Ohren senkrecht,

durch die Lüfte.

 

»Ich danke Dir ganz herzlich, Liesl,

unser Treffpunkt heute Nacht

bei Familie Wiesel,

hilfsbereit und dann erwacht vor dem braunen Kiesel.

 

Dort werd ich dann um Eier bitten.

Sicher bin ich, dass es klappt.

Diese werd ich dort erhalten,

auch wenn der Fuchs dann nach mir schnappt.«


»Stopp, bevor du gehst, mein Häschen,

sag mir schnell noch deinen Namen!

So erinnere ich mich an die Zeit

als wir zusammenkamen.«

 

»Meinen Namen wirst du bald erfahren,

so, dann bis heute Nacht!

Denk an all die guten Dinge,

Ostern und die Farbenpracht!

 

Die Zeit war nun gekommen,

die Liesl büxte aus.

Das Häschen bei den Wieseln,

alle vor dem Haus.

 

Gemalt, gezeichnet,

hübsch verpackt.

Die Eier und Körbchen

 in einer Nacht.

 

Nun sprach das Häschen,

es gilt all sein Dank

dem Wiesel und Liesl,

dann erhobʼs seinen Trank.

 

»Schnell, nun lauf, liebe Liesl,

zurück in dein Haus

Heute ist Ostern,

und das wird ein Schmaus!

 

All die Kinder und Eltern

werden sich freuen.

Die Körbchen und Eier

in den Gärten zu streuen.«

 

Liesl lachte und lief

mit wehenden Haaren zurück

ins Haus, wo sie schlief.


Am Morgen ertönten die Glocken.

Ostern war da.

Liesl erwachte und hoffte,

dass dies nicht nur in ihren Träumen geschah.

 

»Mein Mädchen«, rief Mutter,

»komm hinunter und schau!

Unglaublich, was hier ist

im Tau und ganz grau.«

 

Liesl rannte, lachte,

hinunter und sah,

dass es ihr Freund,

das Häschen, war.


Sie dachte jetzt nun:

Es war doch kein Traum.

Und schaute überrascht

an den großen Baum.

 

Kein Sprechen, kein Zwinkern,

aber ein Körbchen stand da.

Eine Nachricht, Danke für Alles!

 

Mein Name ist »Pascha«.

 

C.K.Lambert


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Kommentare: 1
  • #1

    Katja (Montag, 26 Oktober 2015 21:11)

    lustig und macht freude es zu lesen,
    mit wenigeren Worte: Wunderbar!!!